31. Mai 2017 // von Pornsuang

Ausbildung zur Mediengestalterin (Survival Edition)

Endlich steht der Sommer vor der Tür! Manche haben ihr Abitur in der Tasche und andere wiederum haben endlich einen Ausbildungsplatz als Mediengestalter bekommen. Und bevor ihr Millennials in den Urlaub düst und alle Probleme beiseite schiebt, gibt es hier eine kleine grundlegende Checkliste, wie ihr die Ausbildungszeit als Mediengestalter überlebt.

Die wichtigsten Themen habe ich in 10 Punkte unterteilt:

  1. Suche dir deine Komplizen
  2. Kurs- und Praktikumsangebote? Ja will ich!
  3. Facebook, Google und Dropbox sind deine Freunde
  4. Ordner ordentlichen ordnen
  5. Kein Geld für neue Schulutensilien?
  6. Das richtige Lernen
  7. Lehrer doof? Nicht verzweifeln!
  8. Gruppenarbeit besser gestalten
  9. Deine Zeit auf der Arbeit
  10. Was passiert nach der Ausbildung?

1. Suche dir deine Komplizen

Der erste Tag in der Schule ist immer aufregend. Man kennt noch keinen und es ist normal, wenn man etwas nervös ist. Aber seid nicht schüchtern, denn viele andere Neulinge fühlen genau das gleiche. Haltet Ausschau und sprecht die Leute einfach an. Und wer weiß? Vielleicht wohnt dein Mitschüler gleich bei dir um die Ecke. In der Ausbildung brauchst du einfach Freunde, damit ihr euch gegenseitig unterstützen könnt.

2. Kurs- und Praktikumsangebote? Ja will ich!

Ich kann mich noch daran erinnern, wie meine Schule viele Kurse und auch Auslandspraktikum angeboten hat. Das geschah Anfang des 2. Lehrjahres. Meine Klassenkameradin und ich hatten uns für London entschieden. Es war nur ein 1-monatiges Praktikum gewesen, aber immerhin. Es war wirklich interessant und hat mir persönlich sehr viel Spaß gemacht. Die finanziellen Mittel müsst ihr natürlich mit eurer Firma klären. Die Firma hat mich zum Teil unterstützt, da es sich bei einem Praktikum ja auch um eine Weiterbildung handelt. Dafür wurden mir aber die hälfte meiner Urlaubstage genommen. So war der Deal. Ganz fair, würde ich mal sagen. Ich kann euch deswegen nur raten: Macht dort mit, denn man lernt was dazu! Außerdem ist das eine sehr gute Referenz bei der Jobsuche. Vergesst nicht, während eurer Abwesenheit nach Unterrichtsmaterialien zu fragen. Es ist wichtig, dass ihr immer Up-to-date seid, was während eurer Abwesenheit im Unterricht passiert. Es ist gut möglich, dass die Termine für die Klausuren schon feststehen.

3. Facebook, Google und Dropbox sind deine Freunde

Ich muss zugeben, dass ich Mark Zuckerberg dafür danken muss, dass er Facebook erfunden hat. Fast alle aus meiner Klasse hatten Facebook und wir gründeten eine private Gruppe mit unserer Klassenbezeichnung, wo wir alle Unterrichtsmaterialien hochgeladen und besprochen haben, wenn es nötig war. Es war sehr praktisch! Auch für die Mitschüler die gefehlt hatten. Auch sehr nützlich ist ein Google Account. Schon lange bietet Google alle wichtigsten Office Programme, wie zum Beispiel Excel und Docs, online an. Es speichert automatisch die geschriebenen Inhalte und du kannst deine Notizen mit deinen Mitschülern sharen. Und vergesst nicht die Gute alte Dropbox. Aber ein USB-Stick tut es auch :-)

4. Ordner ordentlichen ordnen

Eine ordentliche Ordnerstruktur ist das A und O! Das ist noch wichtiger als das morgendliche Zähneputzen. Manche Lehrer sind eben noch etwas altmodisch und drucken die Unterrichtsmaterialien aus. Da kann man eben nichts machen. Deswegen kauft euch gleich ein stabilen Aktenordner und farbige Lesezeichen. Heftet alles ab, jedes kleinen Schnippselchen. Ich weiß, das Nervige ist nur, dass man den Ordner immer mitbringen muss.

5. Kein Geld für neue Schulutensilien?

Leider habt ihr kein Geld und eure Firma zahlt die Schulutensilien nicht? Nun, ihr könnt gerne zu euren Eltern gehen und um Hilfe bitten. Oder ihr versucht es über Facebook-Gruppen (z.B. „Mediengestalter AP Sommer 2017"), die von Mediengestaltern für anstrebende Mediengestalter erstellt wurden. So bieten manche dort ihre gebrauchten Schulbücher, aber auch andere Schulutensilien für ein fairen Preis an. Es lohnt sich also, dort mal reinzuschauen. Jedenfalls muss ich ja nicht erwähnen, dass ihr auch bei Ebay und Amazon suchen könnt. Und: ich habe schon mitbekommen, dass Firmen und Startups gerne in den Facebook-Gruppen herumlungern um Jobs anzubieten.

6. Das richtige Lernen

Lernen ist nie einfach. Genau so wie Spicken. Aber um das Lernen kommt man einfach nicht herum. Meine Methode, am besten zu lernen, ist vielleicht veraltet, aber effektiv. Richtig, die Gute alten Karteikarten! Wenn die Lehrer 2-3 Wochen vor der eigentlich Klausur die Klausurthemen angekündigt haben, dann habe ich noch am gleichen Tag damit angefangen, Karteikarten zu schreiben. Denn beim Schreiben deiner Karteikarten lernst du indirekt mit. Die Karteikarten kannst du logischerweise überall mit hin nehmen und lernen. Und weiß man erstmal, wie viel Karteikarten man geschrieben hat, möchte man nur noch weinen. Aber auch hier habe ich einen guten Tipp für dich: Sagen wir, du hast 112 Karteikarten geschrieben und ihr schreibt in 2 Wochen eine Klausur. Das heißt, du lernst jeden Tag mit 8 Karteikarten und wiederholst immer die schon gelernten Karteikarten von gestern am nächsten Tag dazu. Aber am Ende entscheidest du selbst, wie viele Karteikarten du am Tag lernen willst. Nur eine Karteikarte pro Tag zu lernen zählt aber nicht :-)

7. Lehrer doof? Nicht verzweifeln!

Lehrer kann man sich leider nicht selbst aussuchen, aber man kann das beste daraus machen. Ich beispielsweise hatte eine Lehrerin, die mit neuen Webseiten-Trends nichts anfangen konnte. Zum Beispiel wusste sie nicht, was ein Hamburger-Icon ist (für die, die es immer noch nicht wissen: einfach bei Wikipedia nachlesen). Statt auf deine Lehrer sauer zu sein, ist es am besten ruhig zu bleiben. Spreche mit deinen Lehrern unter vier Augen, und erkläre ihnen, was du da eigentlich gemacht hast. Und wenn sie es immer noch nicht verstehen, dann mache folgendes: Erstelle eine Dokumentation mit Begriffserklärungen und vergesse nicht, die Quelle mit anzugeben. Am besten du packst da noch Infografiken rein und die Analyse zum bestehenden Problem. Bereite deine Arbeiten sauber auf. Drucke deine Dokumentation aus, hefte sie ein und gib sie deinem Lehrer oder deiner Lehrerin. Im besten Fall hast du dir damit deine 1 schon mal gesichert und die Lehrer verwenden deine Dokumentation für den Unterricht in anderen Klassen. ;-)

8. Gruppenarbeit besser gestalten

Manchmal hast du die Chance, mit deinem All-Time-Favourit Mitschüler in einer Gruppe zu arbeiten. Doch wenn nicht, rate ich dir schnell deine Aufgabe in der Gruppe zu kennen. Meistens haben alle keine Lust, irgendwas zu machen. Ok, aber was tun? Nun, dann muss man leider selbst die Zügel in die Hand nehmen. Wenn kein anderer die Aufgaben verteilen oder machen möchte, dann verteile du sie eben. Nur herumsitzen und nichts tun ist nur Zeitverschwendung. Und da musst du dir eben einen Ruck geben. Aber es kommt auch vor, dass alle quer durcheinander reden. Es ist schwer, alle in einer Gruppe zu beruhigen aber nicht unmöglich. Sei die Person, die die Ruhe bewahrt und die anderen darauf hinweist, erstmal Schritt 1 zu definieren, statt gleich Schritt 10 zu besprechen.

9. Deine Zeit auf der Arbeit

Deine Zeit in der Firma ist genauso wichtig wie die Zeit in der Schule. Vielleicht sogar noch wichtiger. Scheue dich nicht, nach neuen Herausforderungen zu fragen. Stößt du an einem Problem, dann versuche es als erstes selbst zu lösen (z.B. durch Internetrecherche). Und wenn du wirklich nicht mehr weiter weißt, dann kannst deine Kollegen mit Fragen bombardieren. Hast du ein Problem mit einem Kollegen, dann vereinbart ein Meeting wo dein/e Ausbilder/in und Chef/in mit anwesend sind und mit dem Kollegen mit dem du ein Problem hast. Hilft das ganze Reden nicht und die Probleme bleiben weiter bestehen, bleibt dir nur den Ausbildungsplatz zu wechseln.

10. Was passiert nach der Ausbildung?

Was nach deiner Ausbildung passiert ist dir überlassen. Manche verbrennen ihre Unterrichtsblätter (rate ich euch davon ab, aber dazu später) und manche müssen erstmal in den Urlaub fliegen. Trotzdem ist es wichtig, dass man sein Portfolio schon zusammengestellt hat für die Jobsuche. Und das man gegebenenfalls seine alten Designs nochmal überarbeitet. Deine alten Notizen und Unterrichtsblätter kannst du den Jahrgangsstufen unter dir als Hilfe anbieten. Wie ich schon im Punkt 5 erwähnt habe, treten Firmen und Startups manchmal in den Facebook Privat Gruppen bei. Haltet dort ausschau nach Jobangeboten! Es ist auch nicht verkehrt, wenn du dir ein Xing Profil anlegst. Was auch noch ganz ganz wichtig ist, das vergessen die meisten: Wenn du nach deiner Ausbildung nicht im Betrieb angenommen wurdest und nirgendwo anders eine Jobstelle gefunden hast, melde dich am gleichen Tag, wo dein Ausbildungsvertrag abläuft, noch beim Arbeitsagentur als arbeitssuchend an! Und scheut euch nicht auch auf Job Stellen zu bewerben mit den Bezeichnungen wie Web Designer, Junior UI/UX Designer usw. Letzten Endes ist man ein Designer. Egal ob ihr eine Ausbildung gemacht habt und euch für einen Akademiker-Jobstelle beworben habt. Ich hatte mal eine Situation, dass ich in der Facebook Gruppe „Mediengestalter AP Sommer 2016" mich als Junior UI/UX Designer bewerben möchte und schrieb das auch dort rein. Mich haben auch einige Firmen eine Nachricht geschrieben. Doch ein ganz trauriger verbitterter Mediengestalter war der Meinung, dass ich nicht das Recht hätte mich für einen Junior UI/UX Designer Stelle zu bewerben, da ich ja nur eine einfache Ausbildung als Mediengestalter gemacht habe. Und ich sage euch ihr habt das Recht dazu. Das Recht dazu über euren Horizont hinauszugehen. Mir war es egal was der Typ geschrieben hat. Denn wenn man von sich selbst überzeugt ist dass man das kann, wo ist dann das Problem? Man wird noch öfters Fehler machen und auf Problemen stoßen aber das ist normal.

Ich sage nicht, dass ihr das alles so befolgen müsst was ich geschrieben habe aber ihr könnt es. Wenn ihr schon wisst was ihr tun müsst und diesens Survival Kit nicht braucht, dann bin ich natürlich sehr froh! Die Grundlagen für euren Workflow kennt ihr eigentlich auch von der Oberschulzeit bzw. von euren Studium (für die, die sich entschieden doch eine Ausbildung zu machen). Die Ausbildungszeit ist nichts anderes als Fleißarbeit und das richtige Organisieren.

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